Wien (OTS) – Der Rat der EU hat Schlussfolgerungen verabschiedet, mit
denen
Gleichstellung und Antidiskriminierung ausdrücklich zu Instrumenten
für Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit erklärt werden. Für
die österreichische EU-Abgeordnete Elisabeth Dieringer, Mitglied der
Fraktion Patrioten für Europa (PfE), ist das Anlass für eine eher
grundsätzliche Debatte über die Prioritäten der europäischen
Sozialpolitik und fordert konkrete Maßnahmen zur Gleichstellung statt
ideologischer Phrasen.
„Dass Frauen dieselben beruflichen Chancen haben sollen wie
Männer, steht ja wohl außer Frage. Wichtig ist aber auch, ob die
Gleichstellungspolitik der EU die Lebensbedingungen der Frauen real
verbessert. Einer berufstätigen Mutter hilft kein Brüsseler
Strategieunfug, wenn es in ihrer Gemeinde zum Beispiel keinen
Kindergartenplatz gibt oder sich zusätzliche Arbeitsstunden
finanziell kaum lohnen“, erklärte Dieringer.
Die verabschiedeten Schlussfolgerungen des EU-Rats sieht
Dieringer als Ausschussmitglied für die Rechte der Frauen und die
Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) kritisch: „Wenn Frauen
Vollzeit arbeiten möchten, sollen sie dazu die Möglichkeit haben. Wer
sich für Teilzeit entscheidet oder einige Jahre der Kindererziehung
widmet, darf deshalb aber nicht unter Druck geraten, denn
unterschiedliche Lebensentwürfe müssen respektiert werden.“ Es zähle
im Übrigen bei der Besetzung von Führungspositionen nur die
Qualifikation. Staatliche Quoten und Berichtspflichten vonseiten der
Betriebe seien kein Ersatz für faire Aufstiegsmöglichkeiten und
familienfreundliche Arbeitsbedingungen.
„Die Wettbewerbsfähigkeit Europas wird nicht durch immer neue
Gleichstellungsstrategien gesichert, sondern durch insgesamt bessere
wirtschaftliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine
Politik, die endlich die europäischen Familien stärkt. Brüssel muss
zwischen tatsächlichen Benachteiligungen und ideologisch motivierter
Gleichstellungspolitik unterscheiden“, so Dieringer.