Politik

Ebner/Schwindsackl: Pflege braucht Menschlichkeit und zukunftsfitte Strukturen

Wien (OTS) – Die Bedeutung einer hochwertigen, leistbaren und
menschlichen Pflege
betonten heute, Donnerstag, der oberösterreichische ÖVP-Bundesrat
Franz Ebner und der steirische ÖVP-Bundesrat Ernest Schwindsackl in
der “Aktuellen Stunde” des Bundesrats zur Pflege. Angesichts der
steigenden Lebenserwartung und des wachsenden Pflegebedarfs braucht
es zukunftsfitte Strukturen, eine Stärkung der Betreuung zu Hause und
gezielte Maßnahmen zur Entlastung des Pflegepersonals.

Ebner, auch Landesgeschäftsführer des Oberösterreichischen
Seniorenbunds, verwies auf die oberösterreichische Pflegestrategie
“Betreuungsarchitektur 2040”, die auf Initiative von Soziallandesrat
Christian Dörfel erarbeitet wurde. Bis 2040 wird die Zahl der
pflegebedürftigen Menschen ab 65 Jahren in Oberösterreich von derzeit
rund 64.000 auf knapp 90.000 steigen. Gleichzeitig zeigt eine
aktuelle IMAS-Seniorenumfrage, dass zwei Drittel der Befragten im
Pflegefall mobile Dienste zu Hause bevorzugen. “Damit schließt sich
die Lücke zwischen der ‘Pflege daheim’ und dem Pflegeheim. Altern in
Würde und Selbstbestimmung in Österreich muss selbstverständlich
sein”, so der Bundesrat.

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie sind die “Sorgenden
Gemeinschaften”, in denen Gemeinden, Vereine, Nachbarschaft und
mobile Dienste zusammenarbeiten, um etwa gemeinsame Mittagessen,
Einkaufs- oder Fahrtendienste zu organisieren. Auch bei der
Ausbildung und Personalgewinnung gibt es Fortschritte: Aktuell
befinden sich mehr als 1.640 Personen in der Pflegeausbildung, rund
1.000 Absolventinnen und Absolventen werden allein heuer erwartet.
Zudem ist die Zahl der aufgrund von Personalmangels leerstehenden
Pflegebetten seit Ende 2022 von mehr als 1.300 auf rund 630 gesunken.
Ergänzend setzt Oberösterreich auf Technologien wie Sturzsensoren,
Telemedizin und digitale Pflegedokumentation, um Pflegekräfte im
Alltag zu entlasten, unterstrich Ebner.

Der steirische ÖVP-Bundesrat Schwindsackl, auch steirischer
Seniorenbundobmann, betonte die gesellschaftliche Verantwortung für
eine menschenwürdige Pflege: “Pflege braucht keine Parteipolitik.
Pflege braucht Hinwendung. Pflege braucht Menschlichkeit!” Österreich
verfügt über eine gut ausgebaute Pflegelandschaft, muss das System
aber konsequent weiterentwickeln und insbesondere mehr junge Menschen
für Pflegeberufe gewinnen. Auch Schwindsackl unterstrich dabei den
Grundsatz “Mobil vor stationär”: “Die meisten Menschen wollten
möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben.
Teilstationäre Angebote wie die Tagesbetreuung können soziale
Kontakte fördern und pflegende Angehörige entlasten. Gleichzeitig
bleibt die stationäre Pflege unverzichtbar, wenn eine Betreuung zu
Hause nicht mehr möglich ist. Nicht die vorhandene Struktur soll
bestimmen, welche Pflege ein Mensch erhält. Die Bedürfnisse der
Menschen sollen bestimmen, welche Aufgaben wir schaffen“, betonte
Schwindsackl. Ziel muss eine hochwertige, leistbare und für alle
zugängliche Pflege auch für kommende Generationen sein. Abschließend
dankte Schwindsackl dem Pflegepersonal für seinen Einsatz und hielt
fest: ”Wir brauchen Pflegerinnen und Pfleger mit Hirn, Herz und
Verstand!“ (Schluss)