Politik

Schallmeiner: Sinkende Impfquoten sind Warnsignal: Österreich braucht Aufklärung auf Augenhöhe und ein aktives Einladungssystem

Wien (OTS) – „Eltern wollen, dass ihre Kinder gesund bleiben. Wenn
Impfungen
trotzdem versäumt werden, steckt dahinter oft nicht Gleichgültigkeit,
sondern ein stressiger Alltag, fehlende Information oder
Verunsicherung. Die Antwort darauf darf kein erhobener Zeigefinger
sein. Die Politik muss aufklären, Vertrauen schaffen und aktiv auf
Familien zugehen“, sagt Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der
Grünen.

Eine aktuelle Studie in The Lancet Regional Health – Europe zeigt
bei den Kinderimpfungen auch für Österreich ein gemischtes Bild mit
drei rückläufigen Trends. Portugal und Luxemburg erreichen hingegen
bei allen sieben untersuchten Impfungen eine Durchimpfungsrate von
mindestens 95 Prozent. Beide Länder setzen auf aktive Einladungs- und
Erinnerungssysteme.

„Diese Länder warten nicht darauf, dass Eltern zwischen Beruf,
Betreuung und Familienalltag selbst jeden Impftermin im Kopf
behalten. Sie informieren, erinnern und laden ein. Genau das brauchen
wir auch in Österreich“, fordert Schallmeiner.

Gerade in einer Zeit, in der sich Falschinformationen oft
schneller verbreiteten als medizinische Fakten, dürfe sich der Staat
nicht auf Broschüren und Internetseiten zurückziehen. „Wenn die
öffentliche Hand nicht verständlich und aktiv informiert, überlässt
sie das Feld jenen, die mit Angst und Verunsicherung arbeiten. Gute
Impfaufklärung muss persönlich, verständlich, mehrsprachig und frei
von Druck sein: bei Kinderärzt:innen, im Rahmen des Eltern-Kind-
Passes, in Schulen und überall dort, wo Familien erreicht werden“,
meint Schallmeiner und fordert daher ein österreichweites Einladungs-
und Erinnerungssystem, verbunden mit leicht zugänglicher Beratung und
unkomplizierten Impfangeboten: „Impfen bleibt eine freiwillige
Entscheidung. Aber eine gute Entscheidung braucht verlässliche
Informationen und einen entschlossenen Kampf gegen
Verschwörungsnarrative. Kinder verdienen den bestmöglichen Schutz und
Eltern verdienen Unterstützung statt Schuldzuweisungen. Beides zu
gewährleisten, ist Aufgabe der Gesundheitspolitik.“