Wien (OTS) – Am 9. Oktober wird in Österreich und in mehr als 140
Ländern der Welt
zum 30. Mal der „Welt-Ei-Tag“ gefeiert. Die österreichische
Geflügelwirtschaft nimmt diesen Tag zum Anlass, die hohe Bedeutung
des Eis als wertvollen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung
hervorzuheben. Um die steigende Nachfrage nach Eiern zu decken,
investieren Bäuerinnen und Bauern bis Ende 2027 rund 80 Mio. Euro in
neue tierfreundliche Stallungen. Dieses Wachstum kann aber nachhaltig
nur gehalten werden, wenn Handel, Gastronomie und Konsumenten weiter
beim Einkauf auf österreichische Eier setzen. Eine starke heimische
Produktion und damit Versorgungssicherheit ist keine
Selbstverständlichkeit. Gerade vor dem Hintergrund von steigendem
Importdruck aber auch von Dürre und Klimawandel hat die hohe
Versorgungssicherheit einen besonders hohen Wert und bleibt eine
große Herausforderung. Konsumenten, die sichergehen wollen, ein
hochwertiges österreichisches Ei kaufen zu wollen, achten beim
Einkauf auf das rot-weiß rote AMA-Gütezeichen.
Eier immer beliebter – aus gutem Grund
Der Welt-Ei-Tag wird jedes Jahr am zweiten Freitag im Oktober
gefeiert und war eine Erfindung des Österreichers Willi Kallhammer.
Er war 1996 Präsident der Dachorganisation der weltweiten
Eierproduzenten und Vermarkter, IEC, der International Egg
Commission. Die Branche begeht diesen Tag in diesem Jahr zum 30. Mal
und feiert damit ein Jubiläum. Eierproduzenten und Vermarkter rücken
an diesem Tag die besonderen ernährungsphysiologischen Vorzüge des
Eis in den Mittelpunkt.
Eier sind der Bauplan für neues Leben und liefern fast alle
Vitamine, die ein Mensch zum Leben braucht. Das Eiweiß im Ei verfügt
zudem über eine biologische Wertigkeit von annähernd 100, das
bedeutet, dass annähernd 100% des Eiweißes in körpereigenes Eiweiß
umgewandelt werden kann. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten
und besonders sportbegeisterte Menschen schätzen diese vielen
Vorteile. Entsprechend steigt der Pro-Kopf-Konsum von Eiern in
Österreich seit Jahren kontinuierlich. 2015 lag der jährliche pro
Kopf Konsum in Österreich noch bei 236 Eiern, zehn Jahre später, also
2025, liegt er bereits bei 246 Eiern / Kopf. Auch der österreichische
Selbstversorgungsgrad ist seit dem frühen Ausstieg aus der
Käfighaltung von 74% im Jahr 2009 kontinuierlich gestiegen und liegt
zurzeit bei knapp 90%. Diese Entwicklung verdeutlicht die
Erfolgsgeschichte der heimischen Eierproduktion eindrucksvoll.
Heimische Betriebe investieren in die Zukunft.
Um diese steigende Nachfrage zu decken, werden bis Ende 2027
österreichweit rund 80 Mio. Euro in neue tierfreundliche Ställe
investiert. „Wir freuen uns über den Mut so vieler Bäuerinnen und
Bauern mit großen Investitionen in die Legehennenhaltung
einzusteigen. Mit diesem Wachstum können wir nicht nur den
österreichischen Lebensmitteleinzelhandel umfassend mit heimischen
Eiern beliefern, sondern auch die österreichische Gastronomie“, freut
sich Heinz Schlögl, der Obmann Stellvertreter der Geflügelwirtschaft
Österreich. Gerade in der heimischen Gastronomie setzen Einkäufer
immer mehr auf den Eierproduzenten ihres Vertrauens in ihrer Nähe.
Einen neuen Legehennenstall zu bauen beutet trotzdem ein Risiko.
Eine solche Entscheidung bedeutet schließlich eine wirtschaftliche
Festlegung für mehr als eine Generation. „Neueinsteiger kalkulieren
jetzt im guten Glauben an den Lebensmittelhandel, die Gastronomie und
die anspruchsvollen Konsumentinnen und Konsumenten auch zukünftig
heimische Eier einzukaufen. Wir hoffen also weiterhin auf das große
Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in die heimische
Qualitätsproduktion und geben ein Qualitätsversprechen ab“, so
Schlögl abschließend.
Importdruck steigt
Wie bereits mehrfach auch öffentlich berichtet, nimmt der
Importdruck von Eiern aus vor allem Osteuropa deutlich zu. Etwa 1
Mio. Eier werden täglich nach Österreich importiert. Diese Eier
stammen fast immer aus größeren Produktionseinheiten und oft aus der
Käfighaltung oder einer Tierhaltung mit niedrigeren Standards als in
Österreich. Sie können aufgrund anderer Kostenstrukturen und
geringerer Auflagen vielfach günstiger angeboten werden. Dadurch
geraten österreichische Familienbetriebe, die in Tierwohl,
Umweltmaßnahmen und höchste Qualitätsstandards investieren, zunehmend
unter Wettbewerbsdruck.
Ukrainische Eier auch auf Wiener Märkten
Das Wiener Marktamt berichtete kürzlich erneut, von falsch
deklarierten ukrainischen Eiern auf Wiener Märkten. Die Ukraine hat
sich in den vergangenen Jahren zum bedeutendsten Eierexporteur in die
Europäische Union entwickelt. Statistiken zufolge stammen rund zwei
Drittel aller Eierimporte in die EU aus der Ukraine. Gleichzeitig
erfolgt die Legehennenhaltung dort laut Brancheninformationen zu über
90% in der Käfighaltung. Solche Eier gelangen vor allem über die
Gastronomie und die Lebensmittelindustrie auf die Teller von Herrn
und Frau Österreicher.
Vorstandsmitglied der GWÖ und Obmann der EZG-Frischei Günther
Wenninger warnt, „Mit dem Konsum solcher Eier schadet man nicht nur
österreichischen Bäuerinnen und Bauern, die auf hohe Tier- und
Umweltstandards setzen, sondern übersieht auch, dass in der
Produktion von Eiern außerhalb der EU häufig geringere
Lebensmittelsicherheitsstandards gelten“. Besondere Aufmerksamkeit
erhält das Thema auch deshalb, weil 2025 in mehreren EU-Ländern über
das EU Schnellwarnsystem RASFF Antibiotika-Rückstände in ukrainischen
Eierchargen gemeldet wurden.
Klimawandel und Versorgungssicherheit
Die Dürre- und Hitzeperiode des vergangenen Sommers zeigt
besorgniserregend, wie empfindlich die landwirtschaftliche Produktion
auf klimatische Veränderungen reagiert. Die österreichische
Geflügelwirtschaft hat deshalb bereits in den vergangenen Jahren in
moderne Lüftungsanlagen, Kühlsysteme und Sprühkühlungen investiert.
Damit kann den Legehennen auch an heißen Sommertagen ein angenehmes
Stallklima geboten werden. Gleichzeitig führen Ernteausfälle in
Europa zu steigenden Futtermittelpreisen und erhöhen so auch die
Produktionskosten der heimischen Eierwirtschaft. Umso wichtiger ist
es, stabile heimische Strukturen zu erhalten und damit Abhängigkeiten
vom Ausland zu verringern. Versorgungsengpässen und damit verbundenen
massiven Preissteigerungen kann so vorgebeugt werden.
Beim Einkauf auf Österreich achten
„Gerade in Zeiten der Klimakrise und internationaler
Unsicherheiten ist die heimische Eierproduktion ein Garant für
Stabilität. Mit dem AMA-Gütesiegel haben Konsumentinnen und
Konsumenten eine verlässliche Orientierung und die Sicherheit, sich
bewusst für österreichische Herkunft, strenge Kontrollen und
besonders hohe Produktionsstandards zu entscheiden“, so Wenninger
abschließend.