Die unsichtbare Bedrohung aus dem Netz
Am 28. Januar 2026 schlug die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP) Alarm: Die Generation Alpha, jene Kinder, die nach 2010 geboren wurden, steht im Mittelpunkt einer besorgniserregenden Debatte. Die digitalen Gefahren, die von sozialen Medien ausgehen, könnten schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit junger Menschen haben.
Was ist die Generation Alpha?
Die Generation Alpha umfasst die jüngste Generation, die nach den Millennials und der Generation Z kommt. Diese Kinder sind mit Smartphones, Tablets und sozialen Medien aufgewachsen, bevor sie überhaupt das Sprechen gelernt haben. Ihre Realität ist digital, und das macht sie besonders anfällig für die Gefahren, die das Internet mit sich bringt.
Die Faktenlage: Studien und Statistiken
Laut der ÖGKJP gibt es zahlreiche Studien, die einen Zusammenhang zwischen der intensiven Nutzung sozialer Medien und negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit aufzeigen. Diese reichen von schlechter Stimmung und Schlafstörungen bis hin zu Konzentrationsproblemen und riskantem Verhalten. Eine österreichische Studie zeigte, dass eine Reduktion der Smartphone-Nutzung zu einer Verbesserung depressiver Symptome führte.
- Durchschnittliche Smartphone-Nutzungszeit: 190 Minuten pro Tag
- Auf ein Jahr gerechnet: Über eineinhalb Monate Wachzeit am Smartphone
Diese Zahlen sind alarmierend, denn sie zeigen, dass Kinder und Jugendliche einen erheblichen Teil ihrer Zeit in der digitalen Welt verbringen, was sie von gesunden, realen Aktivitäten abhält.
Ein Blick über die Grenzen: Wie machen es andere Länder?
Während in Österreich die Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren läuft, lohnt sich ein Blick auf andere Länder. In Südkorea gibt es strenge Gesetze zur Mediennutzung von Kindern, die sogenannte Cinderella-Law, die den Zugang zu Online-Spielen für unter 16-Jährige zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens verbietet. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um die Schlafqualität und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.
Die psychischen Auswirkungen: Ein Expertenblick
„Die Nutzung sozialer Medien kann für Jugendliche eine psychisch unterstützende Funktion haben, insbesondere für Minderheiten oder sozial isolierte Jugendliche. Doch es gibt auch die Kehrseite: Traumatisierte Kinder sind im Netz besonders gefährdet, Opfer von Grenzverletzungen und Missbrauch zu werden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Kathrin Sevecke aus Innsbruck.
Univ.-Prof. Dr. Paul Plener, Präsident der ÖGKJP, fügt hinzu: „Die am Smartphone verbrachte Zeit steht nicht für gesundheitsfördernde Aktivitäten zur Verfügung. Wir müssen auf eine neue Klassifikation des riskanten Mediennutzungsverhaltens achten und eine fachgerechte Früherkennung sicherstellen.“
Was bedeutet das für die Eltern?
Eltern stehen vor der Herausforderung, den digitalen Konsum ihrer Kinder zu regulieren. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Kinder einen gesunden Umgang mit Technologie entwickeln. Dies erfordert nicht nur Regeln und Grenzen, sondern auch medienpädagogische Maßnahmen, die den Umgang mit digitalen Medien in Schulen und zu Hause fördern.
Die politischen Forderungen: Was soll getan werden?
Die ÖGKJP fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Dieses Verbot soll durch medienpädagogische Maßnahmen begleitet werden, um Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren einen reflektierten Umgang mit sozialen Medien zu ermöglichen. Dies ist ein dringendes Anliegen, um die psychische Gesundheit der jungen Generation zu schützen.
Ein Schritt in die Zukunft: Was uns erwartet
Ein wirksamer digitaler Kinder- und Jugendschutz muss entwickelt und umgesetzt werden. Dies umfasst den Schutz vor entwicklungsgefährdenden Inhalten wie pornografischen Angeboten oder politischer Radikalisierung. Plattformbetreiber stehen in der Verantwortung, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um junge Nutzer zu schützen.
Die Debatte um den digitalen Schutz der Generation Alpha ist noch lange nicht abgeschlossen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv die vorgeschlagenen Maßnahmen sind und ob sie die gewünschten Verbesserungen in der psychischen Gesundheit der Jugend bringen.