​Politisches Versagen auf ganzer Linie: Don-Bosco-Heim steht vor verschlossenen Türen – Stadt und Land lassen Amstettner Jugend im Stich

St. Pölten (OTS) – Amstetten. Das Unfassbare ist traurige Realität
geworden: Das Don-
Bosco-Jugendzentrum musste am Wochenende, viel früher als befürchtet,
seine Pforten schließen. Nach fast 60 Jahren erfolgreicher
Jugendarbeit standen die Jugendlichen plötzlich vor verschlossenen
Türen. Für das dreiköpfige Betreuerteam rund um die leitende
Betreuerin Eli Malicek bedeutete das Finanzierungs-Aus die Kündigung.
Nicht einmal das 60-jährige Jubiläum, das eigentlich für den 12.
September geplant war, konnte noch gefeiert werden.

Für den Amstettner Landtagsabgeordneten und Gemeinderat Dominic
Hörlezeder (Grüne) ist dieses Ende das Resultat eines beispiellosen
politischen Versagens auf allen Ebenen:

„Es macht mich zutiefst betroffen und wütend. So weit hätte es
niemals kommen dürfen. Wir stehen hier vor den Trümmern einer 60
Jahre alten Institution, die auf dem Altar von parteipolitischem
Kalkül und politischer Willkür geopfert wurde. Dass die Jugendlichen
in Amstetten nun ihren wichtigsten Treffpunkt verlieren und ein
hochqualifiziertes Team gekündigt werden musste, ist ein
Armutszeugnis für die verantwortlichen Politiker in Stadt und Land.“

Schwarz-blaue Willkür in St. Pölten, Wegschauen im Amstettner
Rathaus

Hörlezeder sieht die Schuldigen klar benannt: „Der Ursprung
dieses Desasters liegt in St. Pölten. Die schwarz-blaue
Landesregierung und der freiheitliche Landesrat Antauer haben mit der
Streichung der Förderung den Todesstoß gesetzt.“

Doch auch die Amstettner Rathaus-Koalition aus ÖVP und SPÖ trägt
für Hörlezeder eine massive Mitschuld:

„Die Jubelmeldungen von Bürgermeister Haberhauer und Stadtrat
Blutsch über eine angebliche ‚Rettung ab 2027‘ wirken heute wie
reiner Zynismus. Wir Grünen haben noch im Frühjahr im Gemeinderat
einen fixfertigen Abänderungsantrag vorgelegt, um genau diese 50.000
Euro, die für den Weiterbetrieb im heurigen Jahr nötig gewesen wären,
aus dem städtischen Politiker-Spesenbudget zu finanzieren. ÖVP und
SPÖ haben diesen Antrag eiskalt abgelehnt – niemand wollte für das
heurige Jahr beisteuern. Jetzt haben wir den Scherbenhaufen: Das Heim
ist zu, das Personal ist gekündigt.“

Jugendarbeit lässt sich nicht einfach „pausieren“

Hörlezeder warnt davor, die Situation auf die leichte Schulter zu
nehmen: „Man kann Jugendarbeit nicht einfach wie eine Maschine für
ein halbes Jahr abdrehen und glauben, dass man sie 2027 per
Knopfdruck wieder hochfährt. Vertrauen, das bei den Jugendlichen
einmal gebrochen wurde, und eine soziale Struktur, die zerschlagen
ist, lassen sich nicht über Nacht reparieren. Die Stadtregierung muss
jetzt sofort erklären, wie sie die Jugendlichen in den kommenden
Monaten konkret auffangen will. Sonntagsreden und vage Versprechungen
für die Zukunft helfen heute niemandem, der vor einer verschlossenen
Tür steht.“