Wien (OTS) – „Wer als Bundeskanzler behauptet, Kindererziehung sei
keine Arbeit,
offenbart ein Familienbild, das Frauen seit Jahrzehnten
benachteiligt. Millionen Stunden unbezahlter Sorgearbeit halten
dieses Land am Laufen – geleistet überwiegend von Frauen. Sie
bezahlen dafür mit geringerem Einkommen, niedrigeren Pensionen,
schlechteren Karrierechancen, gesundheitlichen Belastungen und
finanzieller Abhängigkeit. Dass ausgerechnet wenige Tage vor dem
Equal Pension Day die Leistung von Müttern derart klein geredet wird,
ist an Realitätsferne kaum zu überbieten“, kritisiert Christa
Hörmann, gf. ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende.
„Seit Jahren wird von konservativer Seite von Wahlfreiheit
gesprochen. Tatsächlich fehlt sie vielen Frauen, weil Kinderbildungs-
und -betreuungseinrichtungen fehlen und Sorgearbeit noch immer als
private Aufgabe statt als gesellschaftliche Verantwortung gesehen
wird. Vielleicht sollte der Bundeskanzler zuerst einen Blick auf die
Lebensrealität von Familien werfen, bevor er über Kindererziehung
urteilt. Denn es ist klar: Kinder großzuziehen ist Liebe – und
gleichzeitig Arbeit. Wer das nicht anerkennt, macht die
Lebensrealität von Millionen Frauen unsichtbar.“