FPÖ – Frühmesser-Götschober: Schlechte Kinderstube Grund für Stocker-Verbalentgleisung?

Wien (OTS) – Für die ÖVP sind Mütter und Kinder de facto reine
Kalkulationsfaktoren, die man gegebenenfalls auch einfach
wegrationalisieren kann: „Nichts anderes macht die ÖVP-Politik auch
seit Jahrzehnten, wenn man die Entwicklung der heimischen
Geburtenrate beobachtet“, hält Wiens Freiheitliche Frauensprecherin
Lisa Frühmesser-Götschober in einer ersten Reaktion zu den Äußerungen
des Bundeskanzlers Stocker fest, wonach er Kinderbetreuung nicht als
Arbeit sieht. Diese Haltung hat in der Bundesregierung offenbar ein
durchgängiges Muster, was sich auch deutlich daran erkennen lässt,
dass die Familienbeihilfe aktuell auch keine Valorisierung und
dadurch eine faktische Senkung erfahren habe.

Der Kanzler offenbare in seiner Naivität und seiner gleichzeitig
selbstgefälligen Ausdrucksweise sogar viel mehr, als ihm vermutlich
selbst zunächst bewusst war: „Es geht nicht nur um ein
Gesellschaftsbild, sondern um einen Rahmen, den die Politik seit
Jahrzehnten bewusst setzt, um das Leben für junge österreichische
Familien immer schwerer zu gestalten“, so die Freiheitliche und führt
aus: „Die Nicht-Anerkennung und fehlende Wertschätzung von
Familienarbeit und Kinderbetreuung sind neben den schwierigen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer der Gründe, weshalb Familie
für viele immer schwieriger vorstellbar ist und der gesellschaftliche
Zusammenhalt zusehends ins Wanken gerät.“

Abschließend hält die Frauensprecherin fest, dass diese Ruck-
Weinkeller-Parolen, die ihren Weg anscheinend bis ins Kanzleramt
gefunden haben, eine Variante jener Frauenfeindlichkeit sind, die man
sonst nur von der SPÖ gewöhnt ist: „Normalerweise spricht die SPÖ den
Müttern den Wert ihrer Arbeit ab. Dass Kinderbetreuung sehr wohl
Arbeit ist, beweist allein schon der Umstand, dass es gute Ergebnisse
und schlechte Ergebnisse gibt“, diagnostiziert Lisa Frühmesser-
Götschober dem Kanzler Stocker jedenfalls keine gute Kinderstube.