Wien (OTS) – Wien ist das Arbeitsmarktzentrum Österreichs, rund ein
Viertel aller
unselbständig Beschäftigten Österreichs (942.000 Personen) arbeitet
in Wien. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren entgegen des
österreichweiten Trends beständig gestiegen. Gleichzeitig ist aber
aufgrund der schwierigen Wirtschaftssituation auch in Wien die
Arbeitslosigkeit gestiegen:
– 124.877 Personen sind insgesamt in der Stadt arbeitslos gemeldet,
davon 13.209 Jugendliche.
– 70.635 Personen sind langzeitbeschäftigungslos.
– 35.604 Personen im Alter von 50 Jahren oder älter sind in Wien auf
Jobsuche.
– Die Zahl der arbeitsuchenden Menschen mit gesundheitlichen
Einschränkungen stieg in Wien im Vergleich zum Vorjahr um knapp 10%
auf 17.949 Personen. (Quelle: AMS Wien)
Fakt ist: Die Wirtschaft klagt über Arbeits- und Fachkräftemangel
– aber die zukünftigen Fachkräfte sind längst da. Unterschiedlichste
Barrieren verhindern ihre Integration.
Zwtl.: Arbeitsuchende als wertvolle Ressource
„Langzeitbeschäftigungslose, arbeitslose Jugendliche,
Zuwander:innen auf Jobsuche und am Arbeitsmarkt oft übersehene
Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind eine wertvolle
Ressource. Um diese Ressource zu heben, müssen wir den betroffenen
Menschen Chancen und Perspektiven bieten“ , betont Regina Rieder,
Vorstandsvorsitzende von arbeit plus. Dachverband – Soziale
Unternehmen Wien. „Die Sozialen Unternehmen qualifizieren, beraten
und begleiten Menschen, geben ihnen Arbeitserfahrung und bauen
Brücken in den regulären Arbeitsmarkt.“
Die Wichtigkeit von aktiver Arbeitsmarktpolitik hob erst kürzlich
WIFO-Chef Gabriel Felbermayr (ORF-Pressestunde vom 5.10.) hervor. Er
warnte vor Kürzungen in diesem Bereich. Denn es gelte die Menschen,
die zum Beispiel arbeitslos sind, jetzt zu qualifizieren, damit sie
dann im Wirtschaftsaufschwung als Arbeits- und Fachkräfte zur
Verfügung stehen.
Zwtl.: Volkswirtschaftlicher Vorteil: Von Nettoempfänger:innen zu
Nettozahler:innen
Eine qualifizierte Pflegekraft beispielsweise ist sofort gefragt
– und wird es auch in Zukunft sein. Wer heute den Einstieg schafft,
bleibt dauerhaft im Job. Aus Mindestsicherungs- oder Arbeitslosengeld
-Bezieher:innen werden so Steuer- und Beitragszahler:innen.
Zwtl.: Moderne Personalpolitik: Chancen statt Schubladen
Die Fachkräfte von morgen entsprechen oft nicht der „üblichen
Norm“. Moderne Personalpolitik heißt, sich mit unterschiedlichen
Biografien und Fähigkeiten auseinanderzusetzen, den „verborgenen
Schatz“ an Arbeitskräften zu heben. Zukunftsorientierte
Arbeitgeber:innen wissen: Auch Teilbegabungen sind wertvoll. Man
ignoriert auch keine Smaragdmine, weil man lieber auf Diamanten
wartet… Wer diese Möglichkeiten nützt, gewinnt motivierte, loyale
Mitarbeiter:innen und stärkt die Innovationskraft seines
Unternehmens.
Zwtl.: AMS Wien: Förderaktionen und Perspektiven
„Die Hilfe bei der Arbeitsmarktintegration für Menschen, die
diese Unterstützung brauchen, ist eine der Kernaufgaben des AMS.
Soziale Unternehmen sind dabei von zentraler Bedeutung, sie schlagen
die Brücke zwischen Förderangeboten und realer Beschäftigung“ , sagt
AMS Wien-Vizechefin Katharina Luger. „ Die Unternehmen, die sich
heute bei der Jobmesse präsentieren, schaffen Teilhabe, Motivation,
Kompetenzentwicklung und dadurch Chancen für Menschen, die es auf dem
Jobmarkt schwer haben. Das ist ein wesentlicher Beitrag zum sozialen
Zusammenhalt.“
Zwtl.: waff: Qualifizierung für Zukunftsjobs
Der waff bietet gemeinsam mit dem AMS Wien attraktive Angebote
für arbeitsuchende Wiener:innen, die in gesuchte Berufe umsteigen
wollen. Besonders für jene, die keine Berufsausbildung haben –
immerhin rund die Hälfte der Arbeitsuchen – ist das Programm Jobs
PLUS Ausbildung die Chance, mit neuen Qualifikationen in einen Job
einzusteigen.
waff-Geschäftsführer „Fachkräfte wachsen nicht auf den Bäumen,
man muss sie ausbilden. Bei Jobs PLUS Ausbildung erhalten
Arbeitsuchende nicht nur eine kostenlose Ausbildung und einen fixen
Job, Unternehmen bekommen bestens ausgebildete und sofort einsetzbare
Fachkräfte. Das ist nur ein Beispiel für die win-win-Situationen in
der Zusammenarbeit von Wiener Unternehmen mit dem waff und dem AMS
Wien.”
Neben der Qualifizierung bieten waff und AMS Wien den Unternehmen
auch Zuschüsse bei der Einstellung von Personen, die schon länger
arbeitslos sind und so bei Bewerbungen oft übergangen werden. Über
die neue Joboffensive für 1.000 Jugendliche gibt es vier Monate lang
Zuschüsse zu den Lohn- und Lohnnebenkosten, wenn sie 18- bis 24-
jährige Wiener:innen einstellen, die zuvor mindestens neun Monate
beim AMS gemeldet sind. Ähnlich funktioniert es bei der Joboffensive
50plus: Unternehmen erhalten vier Monate die volle Lohn- und
Lohnnebenkosten ersetzt und die weiteren vier Monate zu zwei
Dritteln, wenn sie Wiener:innen einstellen, die ein Jahr oder länger
arbeitslos waren. waff-Geschäftsführer Miloradović: „Wir statten die
Arbeitsuchenden mit einem starken Argument aus, damit sie von den
Unternehmen eingeladen werden und die Möglichkeit bekommen zu zeigen,
was sie können. Für über 2.400 Wiener:innen brachte es einen neuen
Job und für viele Betriebe einen Gewinn für das Unternehmen.”
Zwtl.: Erfolgsgeschichten: jetzt investieren – und langfristig sparen
Immer wieder gelingt der Schritt zurück ins Berufsleben:
Menschen, denen niemand mehr etwas zugetraut hat, sind heute wieder
im Job oder einer zukunftsträchtigen Ausbildung – dank individueller
Beratung und gezielten Trainings. Die Sozialen Unternehmen
unterstützen Firmen beim Recruiting, bereiten die potenziellen
Kandidat:innen speziell auf die jeweiligen Jobs vor und ermöglichen
so das Perfect Match. Jeder gelungene Einstieg reduziert künftige
Ausgaben für Mindestsicherung oder Arbeitslosengeld.
Zwtl.: Integration ist Standortpolitik
Integration ist nicht nur soziale Verantwortung, sondern die
klügste Standortpolitik, um den Fachkräftemangel zu beheben und
Betriebe zu stärken. „Wer in Menschen investiert, gewinnt Fachkräfte.
Wer hingegen bei den Angeboten kürzt, verschärft den
Arbeitskräftemangel“ , so Rieder abschließend.
Bei der PERSPEKTIVE 2025, veranstaltet von arbeit plus Wien in
Kooperation mit AMS Wien und waff, konnten arbeitsuchende
Wiener:innen am 14.10.2025 im MAK die Angebote von 22 Wiener Sozialen
Unternehmen sowie waff, Sozialministeriumservice, MA 40, Fonds
Soziales Wien und AMS Wien kennenlernen und sich auf hunderte Jobs
bewerben. Die Unternehmen berieten und suchten selbst oder im Auftrag
großer und kleiner Firmen Mitarbeiter:innen. waff und Fonds Soziales
Wien boten Beratung zu Weiterbildungsmöglichkeiten. Zusätzlich gab es
gratis professionelle Bewerbungsfotos und Lebenslaufchecks.