Zwischen Orient und Okzident: Zweite Ausgabe der „dokFilm“-Reihe „Sehnsuchtsorte von einst“ am 16. August in Tanger

Wien (OTS) – Die zweite Ausgabe der neuen „dokFilm“-Sommerreihe
„Sehnsuchtsorte
von einst“ über die Faszination ikonischer Schauplätze des Jetsets,
die sich ihren Glanz über Jahrhunderte bewahrt haben oder nach einer
Zeit des Stillstands wieder aufleben, taucht ein in die marokkanische
Stadt Tanger – in ein Reich zwischen Orient und Okzident.

Anschließend steht mit „Neun Flugstunden von Zuhause“ (23.00 Uhr)
ein weiterer „Alltagsgeschichte“-Klassiker von Elizabeth T. Spira auf
dem Programm – eine filmische Urlaubsreise in die Dominikanische
Republik aus dem Jahr 1999.

Mehr zum Inhalt von „Sehnsuchtsorte von einst – Tanger“ (22.15
Uhr)

Die neue ORF-Filmreihe „Sehnsuchtsorte von einst“ von Judith
Doppler und Matthias Heeder beleuchtet die Faszination ikonischer
Orte des Jetsets, die sich ihren Glanz über Jahrhunderte bewahrt
haben. Wie gelingt es ihnen, sich selbst treu zu bleiben – und dabei
doch auch immer am Puls der Zeit für die nächsten Generationen
lebendig und anziehend zu wirken?

Die zweite Ausgabe führt in die marokkanische Hafenstadt Tanger
an der Grenze zwischen Europa und Afrika, die seit Generationen als
kultureller Bewegungsraum gilt. Der US-amerikanische Schriftsteller
und Komponist Paul Bowles nannte Tanger die „Stadt der Träume“, Henri
Matisse schwärmte dort vom besonderen Licht.

Von 1923 bis 1956 war Tanger Internationale Zone und entwickelte
sich zu einem Treffpunkt für Freigeister, Millionäre und zwielichtige
Gestalten aus aller Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg avancierte die
Stadt zum Hotspot des internationalen Jetsets: Paul Bowles und sein
Schriftstellerkollege William S. Burroughs lebten hier, Kaufhaus-
Erbin Barbara Hutton sorgte mit ihren legendären Festen für
Schlagzeilen. Eine Atmosphäre der Freiheit und Grenzüberschreitung
prägte diese Zeit und überlagerte die Nachwirkungen der Weltkriege.
In den 1960er Jahren entdeckten die Rolling Stones Tanger, gefolgt
von Modedesignern, Künstlern und Filmemachern.

Bis heute prägen arabische, jüdische, europäische und
nordafrikanische Einflüsse das Stadtbild. Auch wenn sich Tanger
längst zu einem modernen Finanz- und Handelszentrum gewandelt hat,
bleibt der Geist dieser vielschichtigen Vergangenheit spürbar.

Der von Mathias Heeder gestaltete Film zeigt anhand von
Begegnungen mit Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedene Perspektiven
auf eine Stadt, die sich im Spannungsfeld zwischen ökonomischer
Moderne und ihrer Vergangenheit bewegt.