ARBÖ: Sommerzeit ist Erntezeit

Wien (OTS) – Viele Autolenker sowie Motorrad- und Radfahrer
unterschätzen oft die
Gefahren, die von Traktoren, Mähdreschern und Co. ausgehen können.
Durch die langsam fahrenden und teils sehr großen Fahrzeuge kommt es
zu Verkehrsbehinderungen sowie zu Verschmutzungen auf den Fahrbahnen.
Der ARBÖ erklärt, worauf jetzt auf den Straßen besonders geachtet
werden muss. Unfälle ließen sich vermeiden, wenn alle
Verkehrsteilnehmenden geduldig und partnerschaftlich mit
landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgehen, rät der ARBÖ.

Gerhard Graner, technischer Leiter des ARBÖ Burgenland: „Kfz-
Lenker sowie Radfahrer sollten aktuell besonders vorsichtig sein,
wenn sie landwirtschaftlichen Gefährten auf Landstraßen, Güter- oder
Radwegen begegnen. Die großen, schweren Maschinen sind nicht nur
deutlich langsamer als der übrige Verkehr, sondern im Falle einer
Kollision aufgrund ihrer Masse und Bauweise auch gefährliche
Unfallgegner.“

Häufig wird vergessen, dass Traktorgespanne und Mähdrescher
länger und breiter sind als gewöhnliche Fahrzeuge. Mit ihrer
Überbreite nehmen Erntemaschinen oft mehr als die Hälfte der Fahrbahn
ein, auch Längen von über zehn Metern sind keine Seltenheit.
Überholmanöver können deswegen zu einem riskanten Vorhaben für den
Überholenden, den Überholten und den Gegenverkehr werden.

Zudem fehlt den Fahrern dieser Nutzfahrzeuge vielfach die nötige
Rundumsicht, sodass andere Verkehrsteilnehmende erst sehr spät
wahrgenommen werden. Gerade dieser Faktor ist doppelt gefährlich,
denn landwirtschaftliche Fahrzeuge biegen häufig unerwartet auf
unbefestigte Wege ein, die den nachfolgenden Verkehrsteilnehmenden
meist unbekannt sind. Beim Rechtsabbiegen müssen die Maschinen
aufgrund ihres großen Wendekreises oftmals über die Fahrbahnmitte
ausholen; ist am Heck ein langer Pflug oder anderes Gerät montiert,
schert das Fahrzeug ebenfalls aus und benötigt die gesamte
Fahrbahnbreite.

Graner: „Nachfolgende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmende
müssen in solchen Situationen ausreichend Abstand halten,
gegebenenfalls anhalten, und überholt werden sollte nur auf gut
einsehbaren und breiten Strecken.“

„Bauernglatteis“ im Sommer
Die Hochphase der Erntesaison birgt aber noch ein weiteres
Gefahrenpotenzial, besonders auf asphaltierten Strecken: das
sogenannte „Bauernglatteis“.
Graner: „Fallen Erdklumpen oder Erntereste von landwirtschaftlichen
Fahrzeugen auf den Asphalt und kommt noch Feuchtigkeit durch Regen
hinzu, kann die Fahrbahn zur Rutschbahn werden, was besonders für
Motorrad- und Radfahrer ein großes Problem ist und die Sturzgefahr
massiv erhöht.“

Der ARBÖ hat einige Tipps zusammengestellt, um das Unfallrisiko
mit Traktor, Mähdrescher & Co. zu reduzieren:

– Nicht drängeln, sondern aufeinander achten

– Vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit drosseln, wenn man
landwirtschaftlichen Fahrzeugen begegnet

– Die Länge und Breite der landwirtschaftlichen Fahrzeuge sowie deren
Geschwindigkeit und Beschleunigungsmöglichkeiten nicht unterschätzen

– Riskante Überholmanöver unterlassen; Traktor und Mähdrescher
wirklich nur dann überholen, wenn ausreichend Platz vorhanden und die
Strecke gut einsehbar und sauber ist

– Beim Abbiegen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ausreichend
Abstand halten, gegebenenfalls anhalten und nicht überholen

– Vorsicht bei verschmutzten Straßen: Gerade in der Nähe von Feldern
oder an Feldein- und -ausfahrten können Erde oder Erntegut am Asphalt
liegen